24.03.2024 Regen und noch viel mehr Regen

"Bald müsste Irland untergehen, bei so viel Wasser", brachte Herrin es auf den Punkt. Auf einen halbwegs trockenen Tag folgen mindestens zwei Tage Regen, dieses Mal sogar wieder mit Überflutungswarnung des Wetterdienstes. Das dauerhafte Abregnen der Wolken hat nun sogar die Wiese nebenan in eine Seenlandschaft verwandelt. Unsere kann man sowieso schon nicht mehr betreten, ohne Knöchel tief im Matsch zu versinken. Arme Hühner. Die nicht enden wollenden Regenfälle sind wohl ein noch nie dagewesener Zustand, aber neue Realität. Die messbaren, höheren Wasser- und Lufttemperaturen auf dem Meer, führen zu erhöhter Wasser Aufnahme der Luft, die sich dann über dem etwas kühleren Land abregnet. Ganz simple Physik. Und eben blöderweise Klimawandel. 

Wie verregnet das hier gerade ist, lässt sich wunderbar an unserer Solar Anlage ablesen. Die rote Linie ist der prognostizierte, durchschnittliche Tagesertrag, basierend auf den üblichen Sonnenstunden im März, hier bei uns. Die blauen Balken die Realität. Und ganz unten das dazugehörige Wetter, wie es vorhergesagt war.


Ausschlafen konnten wir gestern an sich schon. Hätten wir können, sollte ich wohl besser schreiben, wenn Herrin nicht schon so früh wach geworden wäre. Nach sechs Kochlöffel Schlägen hieß es daher auch für mich aufstehen und Kaffee zubereiten. In Ketten gelegt blieb ich allerdings nicht, denn es hatte sich der Baumeister angesagt, um das Thema Treppe anzugehen und auch unser Nachbar wollte ja irgendwann vorbeikommen, um Sand und Erde abzuladen. Ich schicke es gleich mal vorweg: Keiner der beiden ließ von sich hören oder kam vorbei.

Dadurch entwickelte sich ein notgedrungen langweiliger Vanilla Indoor Sonntag. Herrin und ich versuchten ihn rum zu bekommen, in dem wir ein Frühstück einkaufen fuhren, zu Hause gemütlich frühstückten, am Computer spielten, einen Film ansahen und, zu guter Letzt, unsere aktuelle Serie weiter streamten. Dazwischen kochte ich Herrin noch Abendessen: Mit Garnelen und Erbsen gefüllte Ravioli "an" einer leichten Tomaten-Sahne Sauce, mit Mozzarella Stückchen darin. Das dauerte natürlich einige Zeit, zumal ich mich an einem neuen Werkzeug versuchte: einer Ravioli Schablone, die ziemlich kleine Ravioli ergeben soll. Immerhin gelang es mir einigermaßen, mit dem eigentlich simplen Teil, halbwegs formschöne Ravioli herzustellen. Auch die Füllung gelang so, wie ich mir das in etwa vorgestellt hatte.

Essen durfte ich oben mit am Tisch. Da waren wir immer noch guter Hoffnung, dass zumindest der Sand noch abgeladen würde. Das Essen ist mir letztlich nicht gut gelungen. Die verwendeten Kirschtomaten in der Sauce hatten zu viel Süße, Säure und Eigengeschmack und töteten den an sich nicht gerade schwachen Geschmack der Ravioli Füllung. Herrin war freundlich und honorierte, so denke ich, die rein gesteckte Arbeit und Mühe, mehr, als das nicht wirklich gelungene Essen selber.

Am Kamin und vor dem Fernseher ließen wir den Tag, zum lauten Geräusch der großen Regentropfen auf Dach und Scheiben, zu Ende plätschern. Kurz nach zehn ging es ins Bett. "Ist das der Wind da draußen, Herrin?", fragte ich, als Sie mich Zweipunkt befestigt hatte. "Nein, sklave. Das ist der Regen. Es gibt gerade kaum Wind." Am nächsten Morgen würden wir eines anderen belehrt werden.


Kommentare