19.11.2023 Noch ein Tag ohne Internet

Dieses Mal kam Herrin mit dem Kochlöffel. Ein kurzes Stakkato an schnellen Patschern zum Aufwärmen, dann die sechs wohlgetimten Hiebe. Das Ganze schon zu etwas fortgeschrittener Zeit, denn wir hatten, trotz Sturm, gut ausschlafen können. 

Nachdem ich Küche erledigt, Herrin Kaffee serviert und Oberflächen gewischt hatte, kniete ich wieder in Maske, inklusive Earplugs,  Knebel und Augenklappe in Parkposition. Herrin ließ mich etwa eine Viertelstunde warten, ehe Sie die Küche abnahm und die beiden Halteschlösser entfernte. "Bank,. sklave!"

Die nächsten zwanzig Minuten verbrachte ich als Herrins lebender Fußschemel. Herrin saß mit übergeschlagenen Beinen da und eine Ferse drückte die ganze Zeit auf die Wirbelsäule. Ich war erstaunt über mich selbst, wie ruhig ich für Herrin in Position bleiben konnte. Dann ließ Herrin mich hinknien, nahm die Binde ab und zog den, bereits gestern erwähnten Zettel, aus der Box.

"Tja, dann darfst dich jetzt an den Tisch setzen und den Blog schreiben, sklave!" Sie nahm mein Handy und verschwand auf Ihr Zimmer. Kurz vor elf war ich fertig und zufällig schaute Herrin vorbei, "Gut. Ich schau ihn mir nachher an, sklave. Ich mach jetzt eine halbe Stunde Yoga. Blöd, dass du nichts mehr zu tun hast", grinste Sie und ließ mich zurück. Einige Minuten beschäftigte ich mich mit ein paar Ideen für weitere Überraschungszettel. Aber als diese in die Box gelegt waren, war noch etliches an Zeit übrig, ehe Herrin meine fünf Seiten durchlesen würde. Getreu der Regel "wenn alle Arbeiten in der Küche erledigt sind und Herrin abwesend: Parkposition", verfrachtete ich mich wieder in die selbe. Und wartete 20 Minuten bewegungsunfähig kniend, blind, taub und stumm auf Herrins Rückkehr. 

Herrin war recht erfreut mich so anzutreffen, löste die beiden Schlösser und nahm mich mit sich. Die nächste dreiviertel Stunde verbrachte ich still an Ihrem Wandhaken im Büro, während Sie den Blog freigab und einige andere Dinge erledigte. Gegen viertel nach zwölf nahm Sie mich von der Wand und mir auch die Maske ab. "Mach Frühstück, sklave. Mit Ei!" Das Frühstück folgt einer gewissen Routine. Herrin isst zumeist erst zwei Vollkornbrote und dann eine Toastscheibe. Und wehe der Toast ist nicht ganz heiß, knusprig und frisch. Daher frage ich auch vor dem Frühstück, wie und welche Reihenfolge Sie wünscht, denn eventuell hat Sie andere Vorstellungen und ich muss meine Toasterei entsprechend auf Sie einstellen. Gestern unterliefen mir keine Fehler. Das war auch besser so, denn Herrin hatte mir für den nächsten Fehler den Eintrag ins Strafbuch angedroht. Direkt im Anschluss schickte Sie mich anziehen. "Wir laufen eine Runde. Ist zwar stürmisch, aber schön." 

Im Prinzip hatte Herrin recht. Der Sturm blies die meisten Wolken weg. Und kurz nach Mittag waren die Böen vorübergehend auf ein etwas erträglicheres Maß zurückgegangen. Natürlich kamen wir dennoch nicht umhin, unsere Regenparkas auch zu benutzen, aber die fünf Minuten, quer kommender Regen, waren auszuhalten. Nach etwas mehr als eineinhalb Stunden waren wir wieder zurück. Herrin ließ mich nachsehen, was unser Mitbewohner so treibt. Nun, es geht ihm gut. Unsere ganzen neuen Fallen in der Falle hat das Vieh umgangen und sich alle Nüsse und die Erdnussbutter einverleibt. Daher bastelte ich noch ein wenig weiter an der Falle Herum, bestückte sie neu und brachte sie auf den Speicher zurück.

Ich kam in Ketten, Herrin setzte mir die Maske auf, ich kochte Ihr Kaffee und durfte mir eine Folge unserer Serie ansehen. Ohne Earplugs, denn die hatten am Vormittag doch sehr gedrückt. Als die Folge zu Ende war, ging Herrin zu Teil zwei des Zettels über. Sie füllte eine Unmenge Linsen und Reis in eine Schüssel, drückte mir zwei leere in die Hand und setzte mich angekettet an die Kette im Übergang. "Dann bist ja jetzt beschäftigt und ich kann in Ruhe meinem Hobby nachgehen." Und zog mir die absolut blickdichte Leder Augenbinde über. "Und wenn du zu viele Fehler beim Sortieren machst, bestraf ich dich hinterher, sklave."
im Zettel stand zwar nichts darüber, dass ich das blind zu erledigen hätte, aber Herrin ließ mir keine Wahl.

Bei dieser sinnbefreiten Aufgabe verlor ich komplett mein Zeitgefühl. Jedes einzelne Reiskorn oder Linse waren mühselig einzeln zu ertasten. Und anstrengend war es zudem, da meine gefesselten Arme alle beide bei jedem Sortiervorgang nach links und rechts drehen mussten. Auf dem Kissen zwischen meinen Beinen war kein Platz für alle drei Schüsseln gewesen. Herrin informierte mich über den wunderschönen Sonnenuntergang, den ich verpasste, ließ mich aber ansonsten in Ruhe meiner aufreibenden Tätigkeit nachkommen.

Als Herrin mich um kurz vor sechs, ohne Maske, Abendessen kochen schickte, waren nicht einmal ein Drittel aller Körner sortiert. Und ich war von oben bis unten verschwitzt.  Wenigstens einigermaßen fehlerfrei war ich durch die Aufgabe gekommen. "Da wirst du nach dem Abendessen weitermachen müssen, mein sklave. Dann darfst aber dabei sehen."

Zum Abendessen gab es Wolfbarsch Filet mit Kartoffelpüree und Spinat. Die Kochzeit war vergleichsweise kurz und so stand das Essen bereits um halb sieben auf dem Tisch. Spinat und Fisch waren wie gewünscht. Der Kartoffelbrei, aus lokalen, sehr mehligen Kartoffeln, war jedoch klebrig, geschmacksarm und zäh. Herrin war es dennoch zufrieden. Ich hatte mit Messer und Gabel auf dem Boden essen dürfen. "Bei Fisch würfeln wir mal besser nicht", hatte Herrin entschieden.

Nach dem Essen ging es, bei einem Saoirse 0,0, vor die Couch und ich sortierte, während die Serie lief, weiter Linsen und Reis. Als ich beim letzten Drittel angekommen war, legte Herrin Ihr Hobby zur Seite und half mir beim Rest. Gegen 22:35 ging es dann Richtung Bett. Zum Duschen kam der KG ab und über Nacht blieb das auch so. Gefahr, dass ich mich selber anfasse, besteht aus zwei Gründen eher nicht. Erstens, reichen meine angeketteten Hände nicht bis in meinen Schoss, und zweitens, bin ich derzeit nicht in der Lage mich durch eigenes Anfassen zum Kommen zu bewegen. 

Sicher in Dreipunkt Verwahrung lag ich noch weit bis Mitternacht wach, ehe ich endlich einschlafen konnte. Der wirklich tosende Orkan draußen war mir beim Einschlafen keine Hilfe gewesen.

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